A80/130
Alex Beran (1923-2019)
AM RANDE DER STADT II. - RÖCHLITZ
1949
Das vorliegende Gemälde aus der Mitte des Jahres 1949 ist eines der ersten großformatigen zivilistischen Werke, die nach Berans Rückkehr aus Nymburk (1948), bzw. Zlín (1945) nach Liberec entstanden sind. Beran spiegelt in seinem Werk die Erfahrungen der Kriegszeit in Zlín wider, wo er an der Baťa-Kunstschule studierte und später vollständig beim Bau von Schützengräben und Befestigungsanlagen eingesetzt wurde. Er zeigte eine negative Einstellung gegenüber der Kriegsmaschinerie, die den Menschen nur als anonyme menschliche Ressource betrachtet. Diese dystopischen Visionen, in denen er einen anonymen Mensch malte, zeichnete und fotografierte – oft mit bedecktem Kopf – in unfreundlicher Industrielandschaft, oft mit Stacheldraht, ersetzte er nach und nach durch zivilistisches Gemälde, das der Gruppe 42 ideologisch nahe steht. Das angebotene Gemälde aus den späten 1940er Jahren ist genau dieser Fall, in dem Landschaft die Stadt durchdringt und umgekehrt, und all dies wird zum natürlichen Ökosystem des modernen Menschen, der nicht mehr unfreiwilliger Gefangener in einem Industriekerker ist. Öl auf Pappe 70x105 cm, signiert und datiert links unten im Bildbereich "Alex Beran 49". Gerahmt. Verso Künstleretikette.


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