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A75/101

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Guido Reni-Werkstatt (1575-1642)

CLEOPATRA

1635-1640
Öl auf Leinwand. 90x120 cm. Gerahmt in vergoldetem Blondelrahmen. Auf dem Blindrahmen in Tinte geschrieben: „Signor Goring“. Das Gemälde zeigt die letzten Momente im Leben der ägyptischen Königin Kleopatra, die vor dem Selbstmord steht, wie Plutarch in seinem Leben der römischen Kaiser von ihr erzählt. Guido Reni entschied sich für die Darstellung des Augenblicks, als die Schlange, die in einem Korb voller Feigen, rechts auf dem Tisch dargestellt, zu Kleopatra geschmuggelt wurde, im Begriff ist, ihr den tödlichen Biss in die nackte Brust zu verpassen. Reni verstärkte die dramatische Kraft des Gemäldes durch einen starken Kontrast zwischen Kleopatras heller Haut und dem dunklen Hintergrund des Gemäldes. Ihre halbnackte Figur ist teilweise von leichter Draperie bedeckt. Der Naturalismus ihres Ausdrucks geht einher mit der kompositorischen und vor allem farblichen Ausgewogenheit des Bildes, was wir in späteren Kopien dieses Themas nicht finden. Es ist Renis präzises Zeichnen und der meisterhafte Umgang mit Farbpaletten, die die außergewöhnliche Qualität der Arbeit belegen, wobei der optische Eindruck teilweise durch eine Schicht alter, bereits vergilbter Lacke beeinträchtigt wird. Guido Reni überarbeitete oft erfolgreiche Kompositionen, im Laufe seiner Karriere beschäftigte er sich immer wieder mit dem Thema Kleopatra und schuf viele Variationen dieses Bildes. Versionen davon befinden sich im Museo Capitolino in Rom, im Prado in Madrid, im Pitti-Palast in Florenz oder in der britischen Königssammlung im Buckingham Palast. Zustand B. Dieses Gemälde erscheint auf keiner der verfügbaren Listen gestohlener oder vermisster Werke. Gleichzeitig ist es nicht im Inventar „Die Kunstsammlung Hermann Göring“ aufgeführt, vom Deutschen Historischen Museum präsentiert: https://www.dhm.de/datenbank/goering/dhm_goering.php?seite=9. Es bleibt also die Frage, wie der Name des Reichsmarschalls auf die Rückseite des Keilrahmens des Bildes gelangte. Am wahrscheinlichsten scheint die Erklärung, dass das Gemälde von einem von Görings „Hoflieferanten“ in die engere Wahl gezogen wurde, gelangte jedoch nie in seine Sammlung. Es wurde aus dem Nachlass eines Sammlers zum Verkauf angeboten, dessen Sammlung Objekte von ausgezeichneter Qualität enthielt.


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