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Gaspar Peeter II Verbruggen - zugeschrieben (1664-1730)
BLUMENKOMPOSITION MIT PUTTEN
Öl auf Leinwand, 174x127 cm (205x155 cm). Geschnitzter und vergoldeter historischer Rahmen. Dieses monumentale Barockgemälde stellt eine hochdekorative Synthese aus einem floralen Stillleben und einer allegorischen figürlichen Szene dar. Die großzügige Komposition lenkt die Aufmerksamkeit auf den üppigen Blumenstrauß in der Vase, dessen reichhaltige Blüten durch ihre skulpturale Plastizität und beeindruckende Farbgebung bestechen. Im unteren Teil spielt sich eine verspielte Szene mit zwei Putten ab. Das Gemälde weist Merkmale auf, die für den Einfluss der flämischen Spätbarockmalerei des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts charakteristisch sind, insbesondere für den Kreis um Pieter Verbruggen den Jüngeren (1648–1722). Das Motiv einer monumentalen Vase mit einem üppig arrangierten Blumenstrauß, begleitet von Putten in spielerischer oder allegorischer Interaktion, ist typisch für die flämische dekorative Barockmalerei, die an Jacob Jordaens, Jan van den Hecke, Daniel Seghers und insbesondere an eine Gruppe von Malern anknüpft, die mit den Werkstätten von Verbruggen verbunden waren. Das Bild verbindet ein Blumenstillleben mit einer figürlichen Szene, was für den Kreis um Verbruggen typisch ist. Weitere Übereinstimmungen finden wir auch in der Komposition und der malerischen Darstellung des Blumenstraußes. Die Blumen sind mit Schwerpunkt auf effektvoller Volumenwirkung, dramatischer Farbgebung, markanten Lichtakzenten und einer reichhaltigen Artenzusammensetzung gemalt – Rosen, Pfingstrosen, Nelken, Kornblumen, Tulpen, Feldblumen. Für Verbruggen ist ein überdimensionaler Blumenstrauß charakteristisch, der die gesamte Fläche dominiert und einen fast architektonischen Eindruck vermittelt, ohne streng an botanische Genauigkeit gebunden zu sein. Die Farbgebung kombiniert warme, fleischige Blütentöne mit kontrastierenden kühleren Farbtönen und tiefen Halbschatten, was der flämischen Barockmalerei entspricht. Das Licht modelliert die Blüten fast skulptural – darin lässt sich eine Parallele zur Bildhauerfamilie Verbruggen erkennen, bei der sich ein Sinn für üppige Dekoration und Räumlichkeit auf natürliche Weise miteinander verband. Die Putten weisen einen Stil auf, der an die spätbarocke flämische ornamentale Figuration anknüpft: weiche Körpermodelle, rosige, perlmuttfarbene Haut, dynamische Gesten und Interaktionen, oft mit leicht komischer oder verspielter Intonation, was wiederum für die Werkstatt der Verbruggen ganz typisch ist, ebenso wie die Einbeziehung architektonischer Elemente in das Kompositionsschema des Bildes. Die genaue Urheberschaft kann ohne restauratorische Untersuchungen und Vergleiche mit originalen signierten Werken nicht bestätigt werden, jedoch wird die Zuschreibung zum Kreis oder zur Werkstatt von Gaspar Peeter II. Verbruggen durch alle oben genannten Beispiele gestützt und erscheint für die Einordnung des Bildes als am wahrscheinlichsten. Zustand B.
Erzielter Preis: 95.000 CZK / 3.958 EUR


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