A85/437
LUXURIÖSE TISCHKASSETTE
Österreich, Wien, Wiener Werkstätte Umkreis
1915–1925
Kassette aus schwarzgebeiztem und poliertem Obstholz, Interieur komplett furniert mit starker Buchenschwarte, gebeizt in rötlichem Krapplack-Farbton, Deckel mit handgetriebenem Silberblechdekor. Rechteckige Kassette mit präzise gearbeiteter Innenausstattung. Interieur zeigt erstklassige Tischlerarbeit; die Verwendung von rotgebeizter Buchenschwarte diente nicht nur als ästhetischer Kontrast zum schwarzen Korpus, sondern auch als Stabilisierungselement für den eingelassenen Silberdeckel. Deckel mit zwei eingelassenen Messingscharnieren. Silberplatte mit handgetriebenem und Strahlen-Dekor. Fläche wird in dynamischen Segmenten mit unterschiedlicher Textur gegliedert (feines Raster, Wellenmuster und Martelierung). Das Fehlen einer Punze in Verbindung mit einer derart aufwendigen Innenausstattung lässt vermuten, dass es sich um ein Atelierstück, einen Prototyp oder einen für eine prestigeträchtige Ausstellung angefertigten Gegenstand handelt (z. B. im Rahmen der Verkaufsstellen WW in Zürich oder Wien). 22,2x14,3x6,8 cm, Relief (Ausschnitt): 17,2x9,3 cm.
Der visuelle Kanon (Schwarz/Rot/Silber) und die dekorative Gestaltung des Reliefs verweisen eindeutig auf die Spätzeit von Dagobert Peche (1887–1923). Die Konstruktion entspricht den Ausführungen der Firma Adolf Erbrich, die Hauptlieferant von Metallkassetten für die Wiener Werkstätte war.


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