A85/439
MONUMENTALES, HÄNGENDES PALASTTEXTIL MIT GOLDENER METALLSTICKEREI – ZARDOSI
Persien / Nordindien (wahrscheinlich Kaschmir oder Agra)
Ende 19. - Anf. 20. Jh.
Reliefierte Metallstickerei aus Leon (Lyon) Silber und vergoldetem Garn – Technik zardozi, bullion / dabka wirework, auf Baumwollegrund mit Futter aus dem gleichen Material. 252x184 cm.
Monumentales, dekoratives Wandtuch, ein außergewöhnlich hochwertiges Beispiel traditioneller Zardozi-Stickerei (Zardosi), einer der renommiertesten Techniken der orientalischen Luxusstickerei. Die gesamte Oberfläche ist dicht mit reliefierter Metallstickerei aus feinen Spiralen, bekannt als Bouillonstich und Dabka-Stickerei, bedeckt, wodurch eine charakteristische, fast flüssige Metalloberfläche entsteht.
Die Komposition basiert auf einem regelmäßigen Raster aus quadratischen Feldern (grid / jal composition), in dem sich das stilisierte, mandelförmige Boteh-Motiv (Paisley-Muster) wiederholt – eines der charakteristischsten Ornamente der persischen und indo-persischen Dekorationskunst. Die Gesamtstruktur des Textils ist in 88 einzelne Felder (11 × 8) unterteilt, deren präzise geometrische Anordnung von der außergewöhnlichen technischen Disziplin und der langjährigen Handarbeit eines erfahrenen Meisters zeugt. Die Komposition wird von einer reich verzierten floralen Bordüre mit fließendem Pflanzenornament abgeschlossen.
Die Dichte und Kontinuität der Metallstickerei ohne große leere Flächen ordnen dieses Stück der Kategorie der Palasttextilien für repräsentative Interieurs zu. Die Art des Ornaments und die Technik deuten auf eine Fertigung in Persien (Iran) oder Nordindien hin, wo die Zardozi-Stickerei traditionell mit dem Hofleben der Moguln und später mit den Elitewerkstätten der Kolonialzeit in Zentren wie Kaschmir, Agra oder Lucknow verbunden war. Derart aufwendige und detailreiche Arbeiten wurden üblicherweise für Adelsfamilien, repräsentative Paläste oder als diplomatische Geschenke in Auftrag gegeben.
Zustand A.
Der Erhaltungszustand des Textils ist außergewöhnlich gut, es weist lediglich eine minimale Patina der Metallfasern auf. Angesichts des Umfangs der Arbeit, der Qualität des Materials und der kompositorischen Raffinesse stellt das Textil ein außergewöhnliches Beispiel luxuriöser orientalischer Stickkunst aus der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert dar.
Erzielter Preis: 15.000 CZK / 625 EUR


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