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A83/172

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Franz Fiedler (1885-1956)

SOMMERSCHATTENSPIEL

ca. 1909
Bromölumdruck auf Hartpapier. 21,4x28,5 cm (29,7x34,5 cm), recto rechts unten signiert in Bleistift "Franz Fiedler", verso in Bleistift Technik "bromolejový přetisk". Kleiner Verlust in der rechten oberen Ecke, gefaltete linke obere Ecke, verso am oberen Rand Spuren von der Adjustierung. Provenienz: aus dem Nachlass von PhDr. Antonín Dufek. Der Bromölumdruck ist eines der Beispiele für edle fotografische Verfahren, die bei uns bis etwa zum 1. Internationalen Fotosalon in Prag im Jahr 1928 weit verbreitet waren und verwendet wurden. Dieser Salon löste indirekt eine leidenschaftliche Debatte auf den Seiten der Zeitschrift Fotografický obzor im selben Jahr aus (Rudolf Paďouk: Proti proudu [Gegen den Strom]; Jan Lauschmann: Mit dem Strom; Josef Šubr: Mit dem Strom und gegen den Strom; satirisch abgeschlossen wurde sie von Přemysl Koblic mit dem Artikel Zwischen den Strömungen) über die Verwendung edler Verfahren und der sogenannten weichen Zeichnung. Das Endergebnis dieser Polemik war das relativ schnelle Verschwinden beider Tendenzen aus der heimischen Fotografie. Der Bromölumdruck entstand dadurch, dass die klassische Bromsilberfotografie, die auf übliche Weise entwickelt wurde, meist in einer Lösung aus Kaliumdichromat mit einem Zusatz von Säure gebleicht wurde. Dadurch wurde das ursprüngliche metallische Silber in lösliche Verbindungen umgewandelt, die anschließend in einem Fixierbad (Natriumsulfithydroxid) entfernt wurden. In der Emulsion blieb nur das Gelatine-Relief zurück, das entsprechend der ursprünglichen Bilddichte unterschiedlich ausgehärtet war. In den ursprünglich dunkleren Bereichen ist die Gelatine härter und nimmt weniger Wasser auf, in den helleren Bereichen ist sie weicher und nimmt Wasser leichter auf. Das so vorbereitete Positiv wurde angefeuchtet und mit Ölfarbe bestrichen. Die feuchten (ursprünglich hellen) Stellen stoßen die Farbe ab und nehmen sie schlechter auf, während die trockenen und härteren Stellen (ursprünglich dunkel) sie besser aufnehmen. So entstand ein Bild, das nicht aus elementarem Silber, sondern aus Ölfarbe (im Grunde genommen in beliebigen Farben) bestand. Dieses Bild konnte entweder auf dem ursprünglichen Papier verbleiben (Bromöl-Druck) oder in einer Presse auf neues, sauberes Papier übertragen werden (Bromölumdruck). Im zweiten Fall entstand ein seitenverkehrtes Bild, das ausschließlich aus Ölfarbe bestand, ohne Gelatineemulsion und Silber. Das Ergebnis ähnelte in seiner Wirkung sehr den klassischen grafischen Techniken, insbesondere dem Radierungs- oder Aquatinta-Verfahren, und war in der Regel haltbarer als klassische Bromsilberfotografien – wobei die tatsächliche Haltbarkeit von der Qualität des verwendeten Papiers und Pigments abhing.

Startpreis: 6.000 CZK / 250 EUR
Erzielter Preis: 13.000 CZK / 542 EUR

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