A83/173
Franz Fiedler (1885-1956)
ZWEI FOTOGRAFIEN
1910er - 1920er Jahre
Profilporträt einer Dame: Kallitypie, 1910er Jahre, 23x17,2 cm. Gefaltete linke obere Ecke, verso oben Spuren von der Adjustierung.
Ansicht von Nördlingen: Silbergelatineabzug, Anf. 1920er Jahren, 20,5x16,2 cm.
Provenienz: aus dem Nachlass von PhDr. Antonín Dufek.
Die Kallitypie ist eine alte, edle Fototechnik, die etwa zwischen 1889 und 1915 als kostengünstigere Alternative zur luxuriösen Platinotypie verwendet wurde. Der Zeichenpapier wurde mit einer Schicht Eisencitrat und anschließend mit Silbernitrat bestrichen, wodurch eine komplexe, UV-empfindliche Verbindung entstand. Da die Chemikalien meist von Hand mit einem Pinsel aufgetragen wurden, sind an den Rändern der Fotografie oft Pinselspuren zu sehen. Das Bild wurde durch Kontaktkopie vom Negativ bei Tageslicht kopiert, anschließend entwickelt und fixiert.
Kallitypie-Fotografien wurden häufig auch in einer Goldchloridlösung (HAuCl₄) getönt – sie wurden „vergoldet”, wobei ein Teil des elementaren Silbers im Bild durch metallisches Gold ersetzt wurde. Dadurch kam es zu einer Verschiebung des Farbtons und vor allem zu einer deutlichen Erhöhung der Archivbeständigkeit der Fotografien.
Angesichts des braun-violetten Farbtons der angebotenen Fotografie ist davon auszugehen, dass dieses konkrete Exemplar nicht getönt wurde.
Erzielter Preis: 6.000 CZK / 250 EUR


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