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Startseite > Auktion > 7. Fotografien und Werke auf Papier > Müller`s Landkarte von Böhmen

O7/009

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Johann Christoph Müller (1673-1721)

MÜLLER`S LANDKARTE VON BÖHMEN

1722
Offizieller Titel: „Mappa geographica regni Bohemiae in duodecim circulos divisae cum comitatu Glacensi et districtu Egerano adiunctis circumiacentium regionum partibus conterminis ex accurata totius regni perlustratione et geometrica dimensione omnibus, ut par est, numeris absoluta et ad usum commodum nec non omnia et singula distinctius cognospenda XXV sectionibus exhibita a Joh. Christoph Muller, S.C.M. capitan.et ingen A.C.MDCCXX“. 25 Teile, jeder von 9 Teilen, Kupferstiche auf Papier, adjustiert auf Leinwand, Dadurch kann die Karte ins 12°-Format gefaltet werden. In zwei ursprünglichen Pappkartons mit goldgedruckten Etiketten. Teil 1 mit Karten der Sektion 1-12, Teil 2 mit Karten der Sektion 13-25. Die wichtigsten Landstraßen sind in Rot markiert. 25 Teile können zum Rechteck 2822x2403 mm zusammengesetzt werden, einzelne Sektionen: 557x473 mm. Durch die Zusammensetzung aller Teile entsteht die größte historische Karte Böhmens. Maßstab 1:132 000. In den Ecken nach Vorlagen des böhmischen Malers Václav Vavřinec Reiner dekoriert. Diese Ausschmückung wurde vom Augsburger Stecher Johann Daniel Herz verfertigt. Dank Reiners Arbeit gehört die Karte gehört zu den reichst- und künstlerisch bestdekorierten Karten des 18. Jahrhunderts. In der oberen linken Ecke ist Ansicht von Karlsbrücke und Prager Burg abgebildet, weiter ist es auch Altstädter Brückenturm und Teil des Hradschiner Platzes zu sehen. Darüber befindet sich Palladium von Böhmen und St. Wenzel in Rüstung und Hermelin, der die böhmischen Länder unter den Schutz der Jungfrau Maria anvertraut. Weiter ist ein Engel da, der in seinem linken Hand Fahne mit Adler der Przemysliden und in seinen Rechten Schild mit demselben Wappen hält. Ein wichtiger Teil der Karte ist die Aufteilung des Landes in 12 Landkreisen, die in 1714 eingeführt wurden. Zustand A.
Im Bildbereich der Sektion 1, auf der linken Schulter des hl. Wenzels, herausgerissener Teil des Druckes ca. 10x15 mm. In der Sektion 23 rostiger Fleck ähnlicher Größe. Leicht getöntes Papier, sporadische rostige Flecken. Sonst in perfektem Zustand, ohne Beschädigung. Müller erhielt am 4. Mai 1712 die offizielle Erlaubnis zur Kartierung Böhmens in Form eines kaiserlichen Patents. Diese Kartierung wurde 1712 im Landkreis Bechin begonnen. Die Finanzierung dieses teuren Projektes wurde aus dem Erlös von Straßenbenutzungsgebühren gezogen. Dann folgte Prachiner und Pilsner Kreis, in 1714 war Eger und Elbogener Kreis und Teil des Saazer Kreis fertig. Neben der Kartierung einzelnen Landkreisen hatte Müller noch die Aufgabe der Kartierung und Erstellung von Karten der Grenzgebiete und Karte der Gebiete, durch die die militärische Marschstraße führen sollte. Es war ein Gebiet von Eger bis zu den Grenzen von Schlesien und Glatz, von 90 Meilen Länge und 4 Meilen Breite. Kartierung von Böhmen wurde beendet im November 1717. Karten der einzelnen Landkreise wurden den Hauptmannen zur Revision vorgelegt. Am Anfang des Jahres 1720 wurde der Ständekommission die Zeichnung der gesamten Karte vorgelegt; sie wurde von Karten der einzelnen Landkreise zusammengesetzt und in 25 Sektionen geteilt. Die Karte wurde mit Übersichtblatt, sog. „compendium“ ergänzt. Die Ständekommission ließ sofort die Gravur verfertigen. Es war eine umfangreiche und anspruchsvolle Aufgabe und in Böhmen konnte niemand gefunden werden, der sie übernehmen könnte. Darum wurde der Augsburger Stecher Michael Kauffer nach Prag eingeladen. Das Übersichtblatt sollte innerhalb von 6 Wochen abgeschlossen werden, die 25 Sektionen dann innerhalb von 3 Jahren. Weil Müller die Veröffentlichung der Karte nicht mehr erlebt hat, wurde der Militäringenieur Johann Wolfgang Wieland beauftragt, die Abdrücke der verbleibenden Platten zu korrigieren.

Startpreis: 110.000 CZK / 4.231 EUR

Höchstgebot: FRUX  110.000 CZK
1 Zuschlag
Verkauft

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